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Rüdiger
Westphal

Zeitgeist

Vom Speaker-Slam auf die Bestsellerliste

Rüdiger Westphal aus Weng ist als „Speaker“ erfolgreich und schrieb ein Buch mit Kollegen

Vom Elektronik-Großhändler zum „Keynote-Speaker“ und Amazon-Bestseller-Autor. Rüdiger Westphal, der in Weng im Landkreis Landshut lebt, hat eine ungewöhnliche Entwicklung hinter sich – könnte man zumindest meinen. Doch aus seiner Sicht hat sich diese Entwicklung Schritt für Schritt einfach ergeben. Welches „Wissen to go“ für ihn unerlässlich ist, was das „Espresso-Prinzip“ damit zu tun hat, und was ein „Keynote-Speaker“ ist, berichtet Westphal im LZ-Gespräch.

 

„Das Espresso-Prinzip – Der Ideen-Kick für den unternehmerischen und privaten Erfolg“ heißt das E-Book, das Rüdiger Westphal zusammen mit 18 anderen „Keynote-Speakern“ im Dezember herausgebracht hat. Auf Amazon landete das Buch in drei Kategorien (in Bereichen Fachbuch, Wissen, Management) auf der Bestseller-Liste. Das Buch liefert laut Produktbeschreibung „Wissen to go“: praktische Ideen und Anregungen zu Themen wie Motivation, Selbstreflexion, Unternehmensführung, Marketing, Krisenbewältigung, und … und …und.

 

Das Buch „Das Espresso-Prinzip“ enthält „Wissen to Go“, sowohl für Privatleute, als auch Unternehmer, erklärt Mit- Autor Rüdiger Westphal. (Foto: bot)

 

Ein „Keynote-Speaker“ ist für Rüdiger Westphal einfach gesagt nichts anderes als ein „Hauptredner“, er sieht sich allerdings auch als Impulsgeber, was die Leser des Buches in ihren Rezensionen immer wieder loben: von „tollen Denkanstößen“, „inspirierenden Beiträgen“, einer „großen Auswahl an Themen“ und „neuen Lösungswegen“ ist da die Rede. Denkanstöße gibt es sowohl für den privaten Bereich, beispielsweise mit „Endlich Montag – Wenn Beruf und Leben doch zusammenpassen“, von Timo Klösch, oder eben beruflich von Rüdiger Westphal mit „Die Zukunft ist digital – Herausforderungen für Handel und Vertrieb“. Im Beitrag zum von vielen Arbeitnehmern gefürchteten Montag muss sich der Leser schließlich an die eigene Nase fassen, wenn er jeden Montag schlecht gelaunt ins Büro marschiert, statt sich einen Job zu suchen, der im auch wirklich Spaß macht. Westphal will hingegen viele Unternehmer darauf hinweisen, dass sie endlich reagierenmüssen. „Digitalisierung ist ein alter Hut“, oder „Raus aus der Komfort-Zone“, sind Aussagen Westphals, die wohl manchen Unternehmer zunächst überfordern. „Viele Händler machen sich das Leben schwer, beispielsweise wenn sie dem Kunden etwas in der richtigen Größe bestellen sollen, dann aber die Bedingung stellen, dass diese den Artikel auch nehmen müssen“. Das Hintergrundproblem ist verständlich, denn die Händler, beispielsweise Modegeschäfte haben nur begrenzte Flächen, und somit auch nur begrenzte Lagermöglichkeiten. Doch Westphal fordert mehr Service – viele Wettbewerber sind da schon viel weiter. „Ohne einen Online-Shop geht Garnichts mehr“, ist er sich sicher. Doch ein solcher sollte sinnvoll aufgebaut sein, „man muss seine Nische finden“, erklärt er und nennt als Beispiel ein Sportgeschäft aus dem Bayerischen Wald, dass sich online rein auf den Handel von Skiern konzentriert, und damit eine Marktlücke gefunden hat.

 

Doch ein solcher Online-Shop birgt auch große Herausforderungen für den Unternehmer. Der Shop muss 24 Stunden und sieben Tage die Woche erreichbar sein. Auch das zügige Versenden der Ware ist selbstverständlich. Wichtig sei auch nicht nur nachzudenken, „was ist jetzt, sondern was ist in fünf Jahren“, findet er. Erlebnis-Shopping, interaktive Spiegel – so dass die Kundin sich auch ein nicht in der richtigen Größe greifbares Kleid an sich vorstellen kann – sind Ideen, die aus seiner Sicht zumindest in Großstädten denkbar wären.

 

Westphal selbst musste sich zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn ähnlichen Herausforderungen stellen. Mit 24 Jahren musste er notgedrungen den Familienbetrieb in Würzburg, einen Elektrogroßhandel übernehmen. Das war 1976. Damals waren auch Unternehmen wie „Media Markt“ oder „Quelle“ und „Neckermann“ harte Konkurrenten, die eben ganz eigene Wege für die Vermarktung fanden. Westphal schaffte es, sich unter den Wettbewerbern zu behaupten, orientierte sich im Laufe der Jahre aber anders: Nach dem BWL-Studium gründete er schließlich eine Gesellschaft für Telekommunikation und Informationstechnologien mit, ging schließlich in die Wirtschaftsberatung und kam über den Weg als Verkaufsund Teamtrainer über Eventorganisation schließlich zu seinem heutigen Beruf als „Keynote-Speaker“. „Ein Schlüsselerlebnis“ als Redner, so schildert er, hatte er mit 24 Jahren, als er vor einem Haufen Elektromeister eine Rede halten musste: seine Erkenntnis, eine Rede hält man entweder frei, oder man liest sie ab, erzählt er lachend. Als er schließlich als Teamtrainer und Seminarleiter immer mehr Spaß am freien Reden fand und er auch positives Feedback erhielt, fragte er sich schließlich: „Warum nicht das zu meinem Beruf machen?“ Gesagt, getan, und so ist Westphal, heute gerne bei so genannten „Speaker-Slams“ unterwegs, also Wettbewerben für Redner. Der internationale Speaker Slam ist Teil einer weltweiten Tournee von Top-Rednern, die unter anderem Station in New York, Wien und Frankfurt macht. Jeder Teilnehmer hat acht Minuten Redezeit. 2017 holte Westphal bei einem Speaker-Slam in Bernkastel-Kues den Gold Award. Trotz der Auftritte und Jobs, weit über die Region hinaus, ist Westphal mittlerweile auch fest mit dem Landkreis Landshut verbunden. 2002 war er nach Buch gekommen, inzwischen lebt er in Weng. Auch wenn er nicht unbedingt „Vereinsmensch“ ist, wie er erklärt, hat er versucht, Anschluss zu finden, vor allem über den Marketing-Club Niederbayern, wo er eine Zeit lang auch in der Vorstandschaft uns sogar als Präsident aktiv war. Heute treibt er sich auf den Bühnen der Speaker-Slams herum, wo auch die Idee zum Buch „Das Espresso-Prinzip“ geboren wurde. Einige Keynote-Speaker hatten die Idee, gemeinsam ein Buch zu veröffentlichen. Von den 30, die zu Beginn mit von der Partie sein wollten, lieferten am Ende noch 19 einen Beitrag, erzählte Westphal. Ihr Anspruch: „Das Buch soll ein Bestseller werden“. Das haben sie auch geschafft, so mancher – wie auch Westphal – stellte jedoch fest, dass die Zusammenarbeit so vieler an einem Projekt nicht immer ganz einfach ist. Mit acht bis zehn von ihnen ist ein weiteres Projekt nicht ausgeschlossen, erklärt der Keynote-Speaker aus Weng.

 

Rüdiger Westphal auf der Bühne bei einem Speaker-Slam. (Foto: privat)

 

Quelle: Landshuter Zeitung – Mittwoch, 21. Februar 2018

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